Gutes Risikomanagement entscheidet nicht, ob ein einzelner Trade gewinnt. Es entscheidet, wie viel ein Verlust kostet und wie viele Verluste dein Konto verkraftet, bevor eine Grenze erreicht ist. Dafür brauchst du keine komplizierten Modelle, sondern fünf Bausteine, die zusammenpassen.
Die fünf Bausteine des Risikomanagements: Risiko pro Trade, Stop Loss zuerst, Positionsgröße, Tageslimit und Max Drawdown
1. Ein festes Risiko pro Trade
Leg fest, welchen Anteil deines Kontos ein einzelner Verlust kosten darf, zum Beispiel 1 %. Bei 10.000 $ sind das 100 $, egal ob der Stop 10 oder 60 Pips entfernt liegt.
Der Vorteil: Jeder Verlust kostet gleich viel. Eine Serie von fünf Verlusten bei 1 % kostet knapp 5 %, nicht mal 2 % und mal 8 %, je nachdem, wie groß die Positionen gerade waren.
2. Der Stop Loss kommt zuerst
Der Stop gehört an die Stelle, an der deine Trade-Idee nicht mehr stimmt, nicht an die Stelle, an der der Verlust gerade noch erträglich wirkt. Erst wenn der Stop steht, kennst du den Abstand und kannst die Position ausrechnen.
Ein Stop, den du im Trade weiter wegziehst, hebelt das feste Risiko aus. Wer das vermeiden will, legt den Stop direkt mit der Order beim Broker an.
3. Die Positionsgröße folgt aus Risiko und Stop
Positionsgröße = (Kontostand × Risiko in %) ÷ (Verlust von einem Lot am Stop)
Mit 1 % Risiko und 25 Pips Stop auf EURUSD sind das bei 10.000 $ genau 0,40 Lot. Bei 50 Pips Stop nur noch 0,20 Lot. Der weitere Stop bekommt die kleinere Position, der Verlust bleibt gleich.
Gleiches Risiko, anderer Stop: 25 Pips mit 0,40 Lot und 50 Pips mit 0,20 Lot kosten am Stop jeweils 100 $
Wie das bei Yen-Paaren, Gold und Indizes funktioniert, steht im Artikel Positionsgröße berechnen. Rechnen kannst du es mit dem kostenlosen Positionsgrößen-Rechner.
4. Ein Limit für den Tag
Auch mit festem Risiko pro Trade kann ein schlechter Tag teuer werden, wenn du nach drei Verlusten einfach weiterhandelst. Ein Tageslimit setzt hier eine Grenze: Ist es erreicht, ist für heute Schluss.
Bei Prop Firms ist das Tageslimit Pflicht und heißt meist Daily Loss Limit. Für dein eigenes Konto kannst du es selbst festlegen, etwa als drei volle Verluste. Wichtig ist, dass die Grenze vor dem Trading feststeht und nicht im Verlust neu verhandelt wird.
5. Eine Grenze für den Gesamtverlust
Der maximale Drawdown begrenzt, wie weit dein Konto insgesamt fallen darf. Prop Firms geben ihn vor, oft als statische oder als mitlaufende Grenze. Wie die beiden Varianten rechnen, erklärt der Artikel Statischer oder Trailing Drawdown.
Tageslimit und Gesamtgrenze gelten gleichzeitig. Welche heute zuerst greift, zeigt der Drawdown-Rechner, Hintergründe stehen im Artikel Daily Loss Limit und Max Drawdown.
Die Checkliste vor jedem Trade
- Wo liegt der Stop, an dem die Idee nicht mehr stimmt?
- Wie groß ist die Position für dein Risiko pro Trade?
- Wie viel ist vom heutigen Tageslimit noch übrig?
- Passt ein voller Verlust noch in diesen Rest?
- Wie weit ist es bis zur Gesamtgrenze?
Ist eine der Antworten unklar, ist der Trade noch nicht fertig geplant.
Was ein Werkzeug abnehmen kann
Die Rechnungen sind einfach, aber vor jedem Trade lästig, und genau dann passieren Fehler. MetaTrader 5 selbst kennt weder ein Risiko in Prozent noch ein Tageslimit.
Wir entwickeln dafür ProRisk Manager, einen EA für MT5: Er berechnet das Lot aus deinem Risiko und dem Stop im Chart, setzt Stop Loss und Breakeven und schließt am Tageslimit alle Positionen. Die Entscheidung, ob und wann du einsteigst, bleibt bei dir.
