Fast jede Prop Firm arbeitet mit zwei Verlustgrenzen: dem Daily Loss Limit und dem Max Drawdown. Beide sind in Prozent angegeben, beide beenden das Konto, wenn du sie reißt. Trotzdem messen sie etwas anderes, und wer sie verwechselt, plant seine Trades mit der falschen Zahl.
Was das Daily Loss Limit misst
Das Daily Loss Limit begrenzt, wie viel du an einem einzigen Handelstag verlieren darfst. Typisch sind Werte zwischen 3 und 5 Prozent. Entscheidend ist, wovon die Prozent berechnet werden und wann der Tag neu beginnt:
- Bezugsgröße: Manche Firmen nehmen die Startgröße des Kontos, andere die Balance zu Beginn des Handelstages.
- Reset: Der Handelstag beginnt meist zur Serverzeit der Firma, nicht um Mitternacht bei dir.
- Offene Trades: Bei vielen Firmen zählt die Equity, also auch der schwebende Verlust offener Positionen.
Ein Beispiel: Startet dein 100.000-$-Konto mit einer Balance von 101.000 $ in den Tag und liegt das Limit bei 5 % dieser Balance, darfst du heute 5.050 $ verlieren. Deine Equity muss also über 95.950 $ bleiben.
Was der Max Drawdown misst
Der Max Drawdown begrenzt den Gesamtverlust über die ganze Laufzeit des Kontos, oft 8 bis 10 Prozent. Hier gibt es zwei Varianten:
- Statisch: Die Grenze liegt fest unter der Startbalance. Bei 10 % auf 100.000 $ sind das immer 90.000 $.
- Trailing: Die Grenze wandert mit deinem höchsten Kontostand nach oben. Hast du zwischenzeitlich 106.000 $ erreicht, liegt sie bei 96.000 $.
Mehr zu den beiden Varianten findest du im Artikel Statischer oder Trailing Drawdown.
Welche Grenze greift zuerst?
Beide Grenzen gelten gleichzeitig. Für heute zählt die höhere der beiden, denn sie erreichst du zuerst, wenn die Equity fällt.
Im Beispiel oben liegt die Tagesgrenze bei 95.950 $, die statische Drawdown-Grenze bei 90.000 $. Heute stoppt dich also das Daily Loss Limit. Anders sieht es nach einer Verlustserie aus: Steht die Balance zu Tagesbeginn bei 93.000 $, liegt die Tagesgrenze bei 88.350 $, der Max Drawdown bei 90.000 $ greift dann zuerst.
Zwei Beispiele: Bei 101.000 $ Tagesstart greift die Tagesgrenze von 95.950 $ zuerst, bei 93.000 $ der Max Drawdown von 90.000 $
Genau diesen Vergleich rechnet der kostenlose Drawdown-Rechner für Prop Firms für dich aus, auch mit Trailing Drawdown und einem eigenen Sicherheitspuffer.
Warum ein Puffer sinnvoll ist
Eine Position wird zum nächsten verfügbaren Kurs geschlossen, nicht exakt an deiner Grenze. Spread, Kommission und Slippage können den Verlust in schnellen Märkten etwas vergrößern. Deshalb lohnt es sich, den eigenen Stopp für den Tag ein Stück über die Grenze der Firma zu legen, zum Beispiel 0,5 bis 1 % des Kontos.
Danach lässt sich ausrechnen, wie viele volle Verluste bis zu diesem Stopp noch passen. Bei 1 % Puffer liegt dein eigener Stopp 4.050 $ unter dem Tagesstart. Mit 1 % Risiko pro Trade (1.000 $) passen also vier volle Verluste. Ein fünfter Trade mit derselben Größe würde im schlechtesten Fall schon über deinen Stopp hinausgehen.
So setzt du beide Grenzen in MT5 um
MetaTrader 5 kennt von sich aus weder ein Tageslimit noch einen Drawdown-Stopp. Du kannst die Zahlen im Kopf behalten, dir einen Wecker stellen oder einen Expert Advisor nutzen, der die Grenze überwacht.
Wir entwickeln mit ProRisk Manager einen solchen EA: Du legst das Daily Loss Limit in Prozent fest, der EA schließt am Limit alle Positionen und sperrt sein Panel für neue Orders. Die Regeln deiner Firma kennt er nicht, die Werte trägst du selbst ein. Wie das in einer Challenge aussieht, zeigt die Seite Risikoregeln für Prop-Firm-Challenges.
